Masterarbeit 

Nachhaltigkeit als strategischer Erfolgsfaktor für die Hotellerie


Florian hat für seine Masterarbeit die Zusammenhänge von Nachhaltigkeit und Unternehmenskultur in der Hotellerie untersucht. 

von Florian Firley

 

Florian kommt aus Leipzig und hat zuletzt seinen Master in Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) abgeschlossen. Darüber hinaus arbeitet Florian seit Beginn seines Studiums in und um die Hotellerie und erkannte sowohl in der Ketten- als auch Individualhotellerie die Notwendigkeit des nachhaltigen Wirtschaftens. In diesem Wissen beschäftigte er sich unter anderem mit dem Spannungsfeld der nachhaltigen Unternehmenskultur innerhalb des Hotelsektors. Zusammen mit TUTAKA sprach er über das Zusammenspiel von Ökologie, Hotellerie und Unternehmenskultur.

 

Im Jahr 2019 hat die Zahl der Übernachtungen in Deutschland einen Rekordwert von 494,7 Millionen erreicht. Das sind 3,5% mehr als im Vorjahr. Betrachtet man generell die Hotellerie bzw. die Touristik international, dann zählt diese zu den größten Wirtschaftszweigen der Welt und stellt einen essentiellen Faktor dar, der wesentlich zu Beschäftigung und Wachstum beiträgt. „Im Jahr 2018 haben insgesamt 1,4 Milliarden Menschen eine touristische Reise ins Ausland gemacht. Damit ist die Zahl der Auslandsreisenden seit 1950 um mehr als das Fünfzigfache gestiegen.“ Doch sind touristische Reisen in diesem Ausmaß zukünftig     angesichts der beträchtlichen ökologischen Faktoren noch durchführbar und vertretbar? 

Kaum ein anderer Begriff wurde in den vergangenen Jahren so stark öffentlich diskutiert und dabei so unterschiedlich interpretiert wie der der Nachhaltigkeit. Auch im Hinblick auf die Hotellerie und Touristik wird über nachhaltiges Wirtschaften und Handeln oft debattiert. Dabei ist eines klar: Gerade der Tourismus und damit seine Hauptleistungsträger, die Hotels und Gaststätten dieses Landes, sind auf nachhaltiges Wirtschaften und auf eine intakte Umwelt angewiesen. Die Aufrechterhaltung der ökologischen Vielfalt, die verantwortungsvolle Interaktion mit den vorhandenen Ressourcen und der Gedanke an die nächsten Generationen sind für die Branche überlebenswichtig.

Der Energieverbrauch des Hotellerie- und Gastronomiesektors ist ein grundlegender Produktionsfaktor, der hohe Kosten und CO2-Emissionen verursacht. Aber auch der Wasserverbrauch und das Abfallaufkommen kosten Geld und wirken sich auf die Umwelt aus. „Die Hotelbranche muss ihre Treibhausgasemissionen pro Zimmer pro Jahr bis zum Jahr 2030 um 66% und bis 2050 um 90% im Vergleich zum Ausgangswert von 2010 reduzieren. Betrachtet man jedoch zehn der größten Hotelunternehmen, so haben sich nur wenige davon Ziele gesetzt, die den auf der Wissenschaft basierenden Vorgaben entsprechen“, sagt Prof. Dr. Legrand, Professor für Hospitality Management an der IUBH in Bad Honnef. Bei diesen Zahlen wird das Ausmaß, mit denen sich die Hotellerie befassen muss und sich in den kommenden Jahren konfrontiert sieht, deutlich und weist auf ein akutes gegenwärtiges Problem der Hotellerie hin. Somit tendieren einige Hotels und touristischen Betriebe dazu, bei ihrer strategischen Ausrichtung das Prinzip der Nachhaltigkeit mit ressourcenschonenden Maßnahmen zu integrieren oder geeignete Maßnahmen wahrzunehmen, um nachhaltiger zu wirtschaften.

Grundlegend impliziert die nachhaltige Ausrichtung auch die Kerngedanken der Philosophie des Hotelbetriebs. Prinzipiell handelt es sich dabei um Hotels, die Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft übernehmen. Verantwortung bedeutet in diesem Sinne auch, die Beschäftigten als wichtigste Ressource eines Unternehmens zu betrachten und dem auch gerecht zu werden. Darüber hinaus spricht sich diese Unternehmenskultur für eine Etablierung der menschlichen, empathischen und sinnstiftenden Unternehmenswelt aus. Insbesondere kann eine konsistente Unternehmenskultur im Sinne eines Übertragungsmittels in der betrieblichen Praxis bei einer richtigen Implementierung Nachhaltigkeit beständig im Handeln und Denken der Agierenden integrieren.

Für die Verbraucher:innen rücken nachhaltige Unternehmen und die, die soziale Verantwortung übernehmen, immer mehr in den Mittelpunkt und beeinflussen ihre Kaufentscheidung. Für ca. 14% der deutschen Bevölkerung ist es laut einer Befragung der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e. V. von grundlegender Bedeutung, dass ihr getätigter Urlaub umweltfreundlich, ressourcenschonend und ökologisch verträglich ist. „Drei Viertel der Deutschen sind sogar bereit, für umweltfreundliche Leistungen im Urlaub mehr zu bezahlen, fand Opodo.de bei einer Befragung heraus.“ Dies gilt ebenfalls für potentielle Bewerber*innen bei der Suche nach passenden Stellenangeboten. Um sich als Unternehmen weiterhin attraktiv auf dem Arbeitsplatz bewegen zu können, ist eine nachhaltige Ausrichtung und Denkweise inner- und außerhalb der Unternehmen von großem Vorteil. Somit stellt sich zum einen die Frage, wie man die Konzepte der Nachhaltigkeit und Unternehmenskultur sinnvoll langfristig verknüpfen kann, um die Zukunftsfähigkeit des jeweiligen Hotelbetriebs aufrechterhalten zu können. 
 

Zusammenfassung:

  • In dieser Master Thesis behandelt der Student Florian Firley die Zusammenhänge zwischen Nachhaltigkeit und Unternehmenskultur und wie die Kombination als strategischer Erfolgsfaktor in der Hotellerie genutzt werden kann.
  • Die Hotellerie sieht sich im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieser Dreiklang beeinflusst sowohl die strategischen als auch operativen Maßnahmen eines Betriebes. 
  • Mittels einer qualitativen Expert:innenanalyse und einer qualitativen Inhaltsanalyse werden die Zusammenhänge einer „nachhaltigen Unternehmenskultur“ als möglichen strategischen Erfolgsfaktor für die Hotellerie aufgezeigt.
  • Nachhaltiger Tourismus ist im Trend. Gleichzeitig steigen die Erwartungen und das Bewusstsein für nachhaltige Themen der Gesellschaft, Gäste und der Investor:innen.
  • Eine nachhaltige und erfolgreiche Transformation kann gleichzeitig interne Kosten senken, Ressourcen schonen, Marktvorteile generieren und die Glaubwürdigkeit und Innovationsfähigkeit steigern.  

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