Wissen & Hilfestellung

Webinar Zusammenfassung

Key Learnings von Expert*innen um Nachhaltigkeit in einen Corona-geprägten Alltag zu integrieren

von Charlotte Opatz

Die Corona-Krise hat das Gastgewerbe und viele andere Branchen hart getroffen. Doch haben wir in den letzten Wochen immer wieder gezeigt, dass Nachhaltigkeit und Hygiene keine Gegensätze sein müssen. Unsere 11 Tipps zu umweltfreundlichen Hygienemaßnahmen könnt ihr in diesem Blogartikel nachlesen. Eine große Menge fundiertes Wissen haben wir gesichtet, gesammelt und für Euch aufbereitet. Als weitere Hilfestellung haben wir ein unschlagbares Team an Expert*innen zusammengerufen und gemeinsam ein kostenfreies Webinar zu dem Thema “Nachhaltigkeit und Corona in der Hospitality Branche” veranstaltet. In diesem Artikel wollen wir Euch die key learnings unserer grandiosen Speaker*innen nahebringen. Wer keine Lust hat weiterzulesen, kann untenstehend auch ganz einfach das Webinar anschauen.

Trommelwirbel und Vorhang auf für die inspirierenden Gedanken von Dr. Frauke Fischer von der Agentur Auf!, Dr. Bijan Khazai von Hotel Resilient, Emanuel Moosbrugger vom Biohotel Schwanen, Stephanie Seidel von der Duni GmbH und Alexandra und Charlotte von TUTAKA.

Key Learnings von Dr. Frauke Fischer: Was die Krise mit Nachhaltigkeit zu tun hat

  • Die Zerstörung von Regenwäldern hat einen direkten Einfluss auf die Entwicklung von Pandemien. Durch die Zerstörung von Ökosystemen und Artenvielfalt wird die Ausbreitung von Zoonosen (Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können) begünstigt. Expert*innen sind der Meinung, dass die jetzige Corona-Pandemie nur die Spitze des Eisbergs ist. Deswegen trägt ein ganzheitliches, nachhaltiges Handeln konkret zu der Verminderung solcher Krankheiten und anderer disruptiver Ereignisse bei.
  • Naturschutz ist Menschenschutz - und systemrelevant! Wenn wir Ökosystemleistungen (Leistungen natürlicher Ökosysteme von denen wir Menschen abhängig sind) zerstören, gerät das ausbalancierte System der Natur in eine Schieflage, die uns weitaus härter treffen wird als viele Menschen wahrhaben wollen.
  • Wir sind alle mit der Natur verbunden - oft auf Wegen, die uns nicht bewusst sind. Dabei hängen unsere Reisen, unsere Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung, Wohnen und vieles mehr direkt mit der Leistung der Natur zusammen. Bewusste und informierte Konsum, - Transport, und Politische- Entscheidungen, können einen direkten Einfluss auf den Schutz von Biodiversität haben. Dabei machen wir nicht nur unser Leben besser, sondern auch das Leben von zukünftigen Generationen.

Key Learnings von Dr. Bijan Khazai: Zeit über Resilienz zu sprechen

  • Resilienz spielt eine ausschlaggebende Rolle, um die Hospitality Branche durch die komplexe und alles verändernde Covid-19 Pandemie zu führen und die, durch die Krise, tiefgreifenden Einschnitte zu bewältigen.
  • Zwei Strömungen werden in der Resilienzforschung betrachtet. Auf der einen Seite wird die Widerstandsfähigkeit von Systemen gegenüber tief einschneidenden, störenden Ereignissen (wie Naturkatastrophen) ergründet. Auf der anderen Seite bedeutet Resilienz gestärkt aus einer Krise herauszugehen.
  • Die Corona-Krise gibt dem Gastgewerbe die Möglichkeit ein neues (nachhaltiges) Gleichgewicht zu finden und mit Innovationen zu punkten.
  • Das kostenfreie und offen zugängliche Projekt von Hotel Resilient, “Covid-Ready”, schafft eine Schnittstelle um Hotels in der Covid-19 Pandemie zu unterstützen und über die Krise hinaus zu begleiten. Covid-Ready beinhaltet Software Erweiterungen, E-learning Einheiten und Zertifizierungen. Unterstützt wird Hotel Resilient von dem renommierten Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Key Learnings von Emanuel Moosbrugger: Innovation statt Reaktion

  • Es braucht eine neue Gastgeber*innen Kultur. Wir dienen unseren Gästen nicht, sondern begegnen ihnen auf Augenhöhe. Wir haben einen klaren Wert, den wir unseren Gästen mit auf den Weg geben: bio, regional und “reduce to the max”. Von nichts zu viel, aber von allem das Beste. Wir verbiegen uns nicht und wissen genau was wir brauchen. Diese Art des Gastgebens sollte üblich sein: ein positiver Imagewandel.
  • #EmanuelsWay als Tutorial für eine innovative Herangehensweise an das Gastgebertum. Wir brauchen Austausch, Vernetzung und Kooperation. Das soll #EmanuelsWay anstoßen - wie gehen wir mit Herausforderungen um? Welche Lösungen finden wir? Welche Anregungen und Inspirationen können wir liefern? Alles Fragen, die man zusammen besser beantworten kann als alleine.
  • The New Normal: Die Entwicklung von Alma. Covid-19, Shutdown, Stille - was nun? Nachdenken, Überdenken und Neuanfang. Abläufe und Strukturen mussten sich ändern, nicht nur im Biohotel Schwanen. Wie kann ein “neuer” Service unter Corona-Bedingungen aussehen? Wir haben Ideen gesponnen, durchgespielt und wieder verworfen. Das Resultat ist ein neues Gesamtkonzept, aufbauend auf Corona-Vorlagen, aber welches Bestand hat. Das ALMA ist ein innovativer Teil dieses Konzepts. Mit 1,20 Metern Länge ist das Servierbrett eine neue Art des Servierens. Als Tablett und Präsentiertool zugleich kreiert das ALMA eine lockere Atmosphäre für den Gast, gewährleistet den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand und bringt “Food Sharing” zurück an den Tisch. Eine moderne Tischkultur wird ermöglicht, welches das gemeinsame Essen, Schauen, Probieren und einen aktiven Austausch fördert.

Key Learnings von Stephanie Seidel: Eine Checkliste für umweltfreundliche Verpackungen

  • Vermeide herkömmliches, erdölbasiertes Plastik.
  • Achte auf die Recycling- oder Kompostierfähigkeit Deiner Verpackungen.
  • Informiere Dich über den CO2-Fußabdruck Deiner Verpackungen.
  • Achte auf Transparenz beim Anbieter.
  • Kontrolliere Deinen Anbieter auf vorhandene Zertifikate.
  • Informiere Dich darüber, ob das Unternehmen umweltgerechte Produkte vorantreibt.
  • Erkundige Dich, inwiefern der Anbieter soziale Verantwortung übernimmt.

Key Learnings von Charlotte Opatz: Hygiene und Nachhaltigkeit müssen keine Gegensätze sein

Ganz im Gegenteil: Covid-19 hat alles auf den Kopf gestellt - ein guter Zeitpunkt mit alten Gewohnheiten zu brechen und Veränderungen zu initiieren:
Das Problem. Hygieneprodukte, die zwar ihren Job erfüllen und vor möglichen Krankheitserregern schützen - aber keinen Mehrwert für die Umwelt, Gäste und Mitarbeitenden haben.

Dabei gibt es Lösungen, die alles vereinen - Nachhaltigkeit, Gesundheits- und Sicherheitsstandards. Gerade in Zeiten von Corona sollten Nachhaltigkeitsziele nicht von der Agenda gestrichen werden: Mitarbeiter und Gäste wollen Teil eines verantwortungsbewussten Unternehmens sein – und das nach Corona umso mehr.

Die Lösung. Das ist keine schwere Frage - nachhaltige Produkte die Mehrwerte für Mitarbeitende und Gäste schaffen und den Fußabdruck auf unsere Umwelt minimieren. Wo zu finden? Natürlich auf unserem TUTAKA Marktplatz. Von Schutzmasken aus Bio Baumwolle, modularen Gesichtsvisieren, nachhaltige Reinigungskonzepte und App-basierten Lösungen ist alles mit dabei.

Key Learnings von Alexandra Herget: Storytelling in Zeiten von Corona - 6 Tipps von TUTAKA

  • Mut statt Wut. Statt Wut gegenüber gegebenen Umständen, gilt es, mit mutigen und smarten Lösungen voranzugehen. Beispiel: Die Corona-bedingte Datenerhebung in der Gastronomie kann man als Chance sehen, um wertvolle Kundendaten für Marketingzwecke einzuholen. DSGVO-konform, versteht sich!
  • Enthüllen statt verhüllen. Wer reinigt da für deine Gäste? Wer steht hinter dem Hygienekonzept und sorgt für eine einwandfreie Umsetzung? Sie sind in vielen Hotels und gastronomischen Betrieben, aber auch Büros und Event-Locations die Seele des Hauses und doch unsichtbar. Zeit den Vorhang fallen zu lassen, das Housekeeping- und Reinigungspersonal vorzustellen, ihre Geschichten zu erzählen, Tipps aus erster Hand zu posten und dem abstrakten Hygiene Begriff ein Gesicht zu geben.
  • Green Washing statt Cleanwashing! Was unbedingt vermieden werden sollte, ist die Kommunikation von Maßnahmen, die nicht zu 100% stattfinden. Wir nennen das "Cleanwashing", die kleine Schwester des uns schon bekannten Greenwashings (Beachte: zusammengeschrieben!). Wo wir wieder beim Herz des Hauses wären: Dem Housekeeping- und Reinigungsteam. Also, lieber Green Washing statt Cleanwashing!
  • Kreativität statt Klischees. Was wir schon aus dem wirklich guten Storytelling von Nachhaltigkeitsmaßnahmen kennen, gilt auch bei der Kommunikation von Hygienekonzepten. Wir geben uns nicht mit Klischees zufrieden, sondern bleiben kreativ und authentisch. Wovon wir sprechen? Mutter-Erde-Symbolik, Bäume, Hippies und ein wahres Grünes-Blatt-Logo-Massaker. Klischees vereinfachen Botschaften, aber sie verkürzen sie auch und verlieren die Mehrwerte von Nachhaltigkeit aus dem Blick.Das gleiche gilt für Hygiene- und Reinlichkeit. Die kreative Kommunikation sollte auf mehreren Ebenen stattfinden. Maßnahmenpläne, Reportings und Checklisten laufen im Hintergrund, Mehrwerte und “das gute Gefühl” im Vordergrund. Eine wahrliche Erfrischung war da der Erhalt des Newsletters von HYATTs CEO Mark Hoplamazian mit dem Untertitel: Beyond Cleanliness: Reimagined Hotel Experiences. Less Contact, more Care. The Luxury of Space. Curated with Care.
  • Wir statt ich! Es ist ja eh schon alles so viel - DSGVO, Fachkräftemangel, MwSt. Senkung und Erhöhung, der digitale Meldeschein. Daher: Kooperation statt Alleingang. Ein wunderbares Beispiel aus der Covid-Zeit ist die „No Show Soup“ Suppe. Ganz nach dem Motto “Kommt der Gast nicht zur Suppe, kommt die Suppe zum Gast!”. Das haben sich die im Norden ansässigen Regionalwert-Partnerhöfe und der Gasthof „Zur Erholung“ gleich zu Beginn der Krise gedacht und die No Show Soup kreiert. Mit jedem Kauf wurden Absagen und fehlende Bestellungen bei den Landwirten kompensiert.
  • Last but not least - auch Leitsatz von TUTAKA: Eco not ego. Mit Nachhaltigkeit lassen sich die schönsten Geschichten schreiben. Nachhaltige (Hygiene-)konzepte zu entwickeln und dabei wirklich gute Produkte einzusetzen ist Eco-Storymaking. Und von dort ist nachhaltiges Storytelling nur ein Katzensprung entfernt!

In diesem Sinne eine erneutes herzliches DANKESCHÖN an unsere Mitstreiter*innen vor und hinter der Kamera. Wir freuen uns, neue Impulse und Ideen anzustoßen um in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen! Im Folgenden findet Ihr die Aufzeichnung des Webinars. Viel Freude beim (nach)schauen.

 

 

Zusammenfassung:

  • Die Zerstörung von unserer Umwelt hat einen direkten Einfluss auf die Entwicklung von Pandemien.
  • Resilienz spielt eine maßgebliche Rolle, um die Hospitality Branche durch die Covid-19 Pandemie zu führen und gestärkt aus der Krise herauszugehen.
  • Wir brauchen eine neue Gastgeber*innen Kultur, geprägt von Kooperation und einem Begegnen auf Augenhöhe.
  • Umweltfreundliche Verpackungen sind mehr als nur plastikfrei.
  • Hygiene und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand. Mitarbeitende und Gäste wollen Teil eines verantwortungsbewussten Unternehmens sein.
  • Green Washing statt Cleanwashing! Storytelling in Zeiten von Corona stellt die Gute Seele des Hauses in den Vordergrund.

Im Juni fand unser Webinar zum Thema Nachhaltigkeit und Corona in der Hospitality Branche statt. Unten findest du die Aufzeichnung.

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Was Covid-19 mit Nachhaltigkeit zu tun hat (© Photo Dr. Frauke Fischer)

Zeit über Resilienz zu sprechen (© Photo by Dr. Bijan Khazai auf LinkedIn)

Innovation statt Reaktion (© Photo by Emanuel Moosbrugger auf LinkedIn)

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Hygiene und Nachhaltigkeit müssen keine Gegensätze sein (© Photo by Charlotte Opatz auf LinkedIn)

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